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Dem Tage Leben schenken
Pflegeheim Sennhof

OL-Weltmeisterin im Pflegeheim?

Keine Sorge, die 17fache OL-Weltmeisterin Simone Niggli-Luder war im Sennhof im nur Rahmen einer Trainings-Einheit des Schweizer Nationalkaders, das sich in Vordemwald Mitte April auf die im Juli in Lausanne stattfindende WM vorbereitete. Das war „Action pur“ für die HeimbewohnerInnen. Zugegeben - ein recht ungewohntes Bild: vor dem Sennhof im Park dösten einige Läufer des Nationalkaders und genossen am zweiten Tag ihres Trainingslagers nach dem Mittagessen eine kurze Pause zwischen mentalen Übungen, Besprechungen und läuferischen Einheiten. Bereits am Morgen waren die rund dreissig Athletinnen und Athleten und ihr Betreuerstab im Fätzholz unterwegs, wo sie ihre Langdistanz-Fähigkeiten trimmten. Am Nachmittag standen Staffelübungen mit Zeitmessung auf dem Programm. Ausgesucht hat Kader-Chef Matthias Niggli die Wälder in Vordemwald, weil sie ähnlich seien wie jene in Lausanne. „Das Gebiet hier ist cool“, meinte Sprint-Weltmeister Matthias Müller, „ich mag das viele Dickicht, selbst wenns da mal Dornen hat.


„Eine Augenweide!“
Heimleiter Urs W. Schenker begrüsste offiziell in der „Wilibachstube“ das aufgestellte OL-Nationalkader. Er unterstrich dabei, dass ihre Präsenz eine geschätzte Abwechslung für die BewohnerInnen bedeutet, wenn das vielleicht auch nicht gerade so offensichtlich sei. Dass er mit seinem Hinweis vollkommen richtig lag, beweist eine kleine Episode. Eine Heimbewohnerin hielt sich um diese Zeit am Arm einer Mitarbeiterin im Treppenhaus auf. Als die durchtrainierten jungen Männer die Stufen hinunter hüpften, meinte die betagte Bewohnerin verschmitzt: „bi Gott, knackigi Borschte“. Da soll noch jemand behaupten, solche Besuche und Kontakte hätten auf ältere Menschen keine positive Wirkung!

 

(Text: Siegfried P. Stich; Bilder: Melanie Gamma, Sportredaktion Zofinger Tagblatt)